von Ronny Frenzel
•
22. Juni 2018
Kann man Ferienwohnungen ohne Auto betreiben? Der Existenzgründungscoach hat sehr lange mit mir gekämpft, aber schließlich anerkannt, dass man kein Auto besitzen muss, um 4 Ferienwohnungen erfolgreich betreiben zu können. Als guter Gastgeber ist mal quasi täglich damit beschäftigt, allerlei Dinge von A nach B zu transportieren. Zwischen A und B liegen teils bis zu 12 km. Die Maschinerie im Hintergrund (von der der Gast nichts mitbekommen soll) transportiert Seife, allerlei Reinigungsmittel, Tee, Kaffee, Toilettenpapier, Bettwäsche, Müll, Getränke, Waschpulver, Ersatzeinkäufe usw. usf. Die Liste lässt sich quasi endlos verlängern. Ich betreibe meine Ferienwohnungen nach dem bestmöglichen ökologischem Standard. Zu den eher kleinen Stellschrauben gehören hier natürlich der Ökostromanbieter, das ökologisch verantwortliche Girokonto. Schwieriger wird es, wenn um die Frage des richtigen E-Mailanbieters und vor allem der Mobilität geht. Mein Mailanbieter ist Mailbox.org, ein Unternehmen aus Berlin, das die Mails endzuend verschlüsselt und die Server mit Ökostrom betreibt. Die Wahl des Dienstfahrzeuges ist da noch ein stückweit schwieriger. Wer kann es sich schon vorstellen, im Alltag komplett auf ein Auto zu verzichten. Jeder, den man anspricht findet ausreichend Gründe dafür, warum es gerade bei ihm nicht möglich ist und warum er unbedingt ein Auto braucht. "Denkste" dachte ich mir. Seit nunmehr einem Jahr beweise ich (mir selbst), dass man kein Auto braucht, um die täglichen Erledigungen für die Ferienwohnungen zu schaffen. Kleine Dinge transportiere ich dabei einfach mit dem Rucksack von Ferienwohnung zu Ferienwohnung. Wird es etwas größer (Toilettenpapier, Waschmittel, Großeinkauf oder Getränke), kommt mein kleiner wackliger Anhänger ins Spiel. Den gab es vor ein paar Jahren für € 60,00 bei Ebay Kleinanzeigen. Die 60€ sind nunmehr schon hundertfach wieder eingespart :) Nur im Notfall und wenn wirklich große Sachen zu transportieren sind, leihe ich mir einen Renault Zoe von Teilauto aus. Elektro natürlich. Seit ich meinen Kombi verkauft habe, stehen in Dresden 1,5t weniger gebundener Stahl und verarbeitete Energie ungenutzt auf dem Parkplatz rum und blockiert Raum für Atemluft :) Heute habe ich mit meinem Dienstfahrrad den 10.000ten Kilometer zurückgelegt. Mit gleicher Entfernung hätte ich auch gut und gerne einen Trip nach Ruanda geschafft. Wenn wir alle nur ein wenig Ehrgeiz entwickeln, können wir es schaffen, dass jeder von uns sich später nicht fragen lassen muss, warum er denn nichts unternommen hat, als wir die Erde so geschunden hatten.